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763 StarterInnen aus 23 Nationen (ITA, NED, FRA, GER, NZL, COL, CZE, POR, BEL, SUI,
SLO, FIN, HUN, AUS, ESP, ARG, GBR, DEN, AUT, UKR, EST, BRA, POL) in 108 Rennen
an 3 Tagen, das war Groß Gerau 2009.
Mittendrinn: Steffi Tauscher und Daniel Krobath.
Daniel ist -was Groß Gerau betrifft- bereits ein alter Profi. Hat er sich im Jahr 2008 in seiner
Klasse noch im hinteren Drittel abgekämpft, so haben wir uns für heuer eine leichte
Steigerung erwartet, die dann auch eingetreten ist. Unglaubliche 63 Starter hat das Schüler-A-Feld
im ersten Rennen (2000m) umfasst, nach sehr gutem Beginn hat sich Daniel auf Rang 34 klassiert
und damit deutlich Kurs in Richtung Finale (Top 40) genommen. Im zweiten Rennen leider war
Daniel dann in einen der vielen, vielen Stürze verwickelt und konnte den Anschluss nicht halten.
Mit Gesamtrang 43 hat er das Finale äusserst knapp verfehlt und hatte damit am Sonntag viel
Gelegenheit zum freien Training auf dem (neu und superschnell asphaltierten) 304m-Rundkurs.
Steffi hat nicht nur erstmals einen Winter voll durchtrainiert, sondern sich gleich selbstbewusst der
Verantwortung gestellt. Unter 55 Junioren-A-Damen war sie nicht nur eine der Jüngsten, sondern
vermutlich diejenige mit der kürzesten Skate-Laufbahn (20 Monate). Lernen von den Besten war also
angesagt und Erfahrung sammeln, nirgendwo besser durchführbar als in Groß Gerau.
Einem sehr verhaltenen 5000m-Vorlauf mit mässigem Start hat Steffi einen -aus meiner Sicht-
sehr guten 1500m-Vorlauf folgen lassen, in dem sie sich bis eine Runde vor Schluss gut im Feld
gehalten hat. Was diese Leistung wert ist, kann man an der Siegerzeit (2:28,016, Katharina Rumpus)
ablesen. Waren wir uns vorher im Klaren, dass alles, was besser ist als der letzte Platz, zufriedenstellend
ist, so war Steffi nun plötzlich im Finale (Top 50) und Platz Nr.50 stand auch nach der 10000m-Elimination im
Gesamtklassment zu Buche. Durchaus ein Erfolg.
Für die absoluten sportlichen Highlights haben einmal mehr die SportlerInnen aus Kolumbien gesorgt,
Cecilia Baena bei den Damen und Jorge Luiz Cifuentes bei den Herren hatten jedoch schwer zu kämpfen
gegen taktisch hervorragend eingestellte Sportlerinnen aus Holland (Cado Motus fuhr geschlossen für
Bianca Rosenboom) und wie üblich mit großem Kämpferherz ausgestattete Belgier (Rollenästhet
Bart Swings wurde von seinen Landsleuten bis zur Selbstaufgabe unterstützt). Und von Rommy Munoz (COL),
der Siegerin der Juniorinnen A (Steffis Altersklasse) wird man wahrscheinlich noch öfter hören.
Abschliessend darf ich hier anmerken, dass ich sehr stolz darauf bin, in einem Verein zu wirken, in dem
junge Sportler wie Daniel und Steffi gewillt sind, sich der körperlichen (16 Stunden im Auto nicht zu vergessen,
und eine Steffi Tauscher, die am Montag um 3.00 Uhr in´s Bett kam und bereits um 6.00 Uhr Arbeitsbeginn hatte)
und mentalen Belastung auszusetzen, nur um am wahrscheinlich bestbesetzen Meeting der Welt teilnehmen
zu können. Es war mir eine Ehre und Freude, euch durch dieses Wochenende zu begleiten.
Österreich auf Medaillenkurs?
Als im Jahr 2007 der Spartenleiter für Rollschnelllauf "eine Medaille bei den Jugend-Europameisterschaften 2010"
als Zieldevise ausgegeben hat, mag Zweifel aufgekommen sein. War man jedoch Zeuge des Leistungsvermögens
der jungen österreichischen SportlerInnen in Groß Gerau, so ist man geneigt, dies für möglich zu halten.
Damit ist nicht nur der gleich sensationell wie souverän erreichte Klassensieg von Manuel Vogl gemeint, sondern
der leistungsmässig geschlossene Auftritt von Petutschnig, Hager, Hager, Ankrisch, Ulreich, Kaloczy und Co, wobei
man bei Mancher zeitweilig den Eindruck hatte, dass selbst in schnellen Rennen eine tempomässige Unterforderung
vorliegt. Durchaus gute Perspektiven also für den gesamtösterreichischen Rollsport und ein Auftrag an uns als Verein,
hier nicht den Anschluss zu verlieren.
Text: Hans-Peter
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