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Wir haben eine neue Staatsmeisterin!
1.477 Tage nach Emese Dörfler-Antals Titel im Vierkampf (Eibiswald 2004) hat es wieder
eine unserer Damen geschafft: Martina Fedl über 500m-Strasse!
Video dieses denkwürdigen Rennens werden wir wahrscheinlich keines auftreiben, falls jedoch
jemand wissen will, wie´s abgelaufen ist, der kann sich auch das Video des vielzitierten 1000m-Laufs
der Damen bei der EM2007 in Portugal anschauen, wo Elma de Vries einen Start-Ziel-Sieg gegen drei
Italienerinnen gefeiert hat. Nun, am Sonntag, 15.06.2008 hat die Martina das gleiche Kunststück
zusammengebracht und über 500m einen Start-Ziel-Sieg gegen drei (nicht gerade schwache) 5Wheelerinnen
eingefahren. Es ist insgesamt erst der zweite Staatsmeistertitel für den Verein und gleichzeitig auch
der erst zweite Staatsmeistertitel für die Steiermark. Ohne die Superlativen überstrapazieren zu wollen,
mit 51 Hundertstelsekunden zwischen Gold und Rang 5 war es wahrscheinlich auch eine der knappesten
Entscheidungen ever.
Auch sonst haben wir viel gesehen und viel erlebt an diesem Wochenende. Die Staatsmeisterschaften
wurden am Eva-Wagner-Platz auf der Donauinsel ausgetragen, einer sicherlich würdigen Location auf einem
anspruchsvollen 200m-Kurs. Die Gesamtbeteiligung war mit insgesamt 110 Startern bedenklich gering, vor Allem
aus Wien hätte man doch quantitativ mehr erwartet. Die Infrastruktur rund um´s Rennen war vom WRSV mit
beachtlichem Aufwand organisiert, die Stimmung trotz vorhandenem Publikum verbesserungswürdig.
Sicherlich ebenfalls verbesserungswürdig waren die persönlichen Umgangsformen bei der Startnummernausgabe,
wo man zur Begrüssung klipp und klar gesagt bekam, wie entbehrlich man als Verein mit immerhin 12 Startern
ist ("...glaubst, i geh mein Göd nochrennan...") und aus renntechnischer Sicht díe nicht vorhandene Nutzung des
Meeting-Points, der eigentlich dafür da ist, dass man nicht an der Startlinie überlegen muß, wer jetzt noch fehlt.
Ich wollte es mir verkneifen, aber ich will hier nicht unerwähnt lassen, dass das nachträgliche Gewähren von
Aufwärmzeiten wettbewerbsverzerrend sein kann und diesmal aus meiner Sicht auch war.
Schwamm über den letzten Absatz, es waren großartige Meisterschaften, bei denen großer Sport und auch große
Sportlichkeit gezeigt wurde. Im Speziellen fallen mir dabei die Mannschaftsführerin von Skate4win, Tanja Vratny,
ihre Sportlerin Nicol Christ und unsere Steffi Tauscher ein. Aber dazu später.
Hier einmal das Abschneiden unserer üblichen Verdächtigen:
Michelle Hiebler (Schüler B w):
Die brave Trainiererin Michelle tastet sich bereits langsam an die Medaillenränge heran, über 100m fehlen bspw
gerademal 8 Hunderstel auf Bronze. Nach dem Sturz im 1000m-Lauf war leider die Luft draussen. Bravo Michelle
und weiter so.
Daniel Krobath (Schüler A m):
Daniel hat nachweislich Kontakt mit seiner Umwelt aufgenommen, darüber freuen wir uns sehr. Die neugewonnene
Lockerheit hilft ihm augenscheinlich durch die Rennen. 3 Rennen, dreimal Bronze, mehr als verdient. Daniels Potenzial
ist zweifellos noch nicht ausgeschöpft, das heben wir uns für die nächsten Jahre auf. Gratulation jedenfalls zu den
Medaillen 4, 5 und 6 im heurigen Jahr. Sein 300m-Rekord aus 2007 hat übrigens noch immer Bestand.
Daniela Eibel (Jugend B w):
Was für ein Unterschied zu den Östm Wörgl, Daniela entwickelt sich in Riesenschritten. Start, Kopf runter und durch.
So schaut´s aus! Die Früchte ihrer Bemühungen wird sie in der Zukunft ernten. Gutes Abschneiden über 200m, alle
Achtung! Braves Mäderl!
Georg Hahn (Jugend B m):
Das Rennen ist an der Ziellinie aus und nur wer bis dorthin durchfährt, hat eine Zeit nach der man die Entwicklung
beurteilen kann. Georg -bei allem Respekt- das war diesmal nicht der Fall.
Trotzdem freuen wir uns sehr, dass du wieder dabei warst.
Steffi Tauscher (Jugend A w):
Respekt, Respekt, Steffi hat am Samstag Vormittag ihren Lehrvertrag unterschrieben, ist selbstständig mit dem Zug
nach Wien nachgereist, hat sich selbstständig den Transfer zum Veranstaltungsort organisiert (Danke, Herr Petras!)
und war am Samstag Nachmittag zum 5000m-Ausscheidungsrennen gestellt.
Und in diesem Rennen kam es zu einer derartigen Anhäufung von Fehlentscheidungen und Fehlinterpretationen des
Kampfgerichtes, wie zumindest ich es noch nicht erlebt habe. Ohne jetzt alle Ereignisse nochmals sezieren zu wollen,
es gab ein Ergebnis, welches Nicol Christ auf Rang 3 und Steffi auf Rang 4 ausgewiesen hat. Das Kampfgericht hat
jedoch eine Nacht darüber geschlafen, wollte das Ergebnis umdrehen (was eigentlich niemand von uns wollte), hat
sich dann für eine Ex-equo-Platzierung entschieden (was wir alle wollten), durfte dies allerdings nicht so entscheiden,
da es nicht regelkonform ist. Und dann kamen die Sportsfrauen zum Zug: Tanja Vratny wollte ihre Sportlerin Nicol doch
tatsächlich dazu überreden, ihre Medaille an Steffi zu übergeben, Nicol hat tatsächlich eingewilligt und Steffi hat sich
zwar über den guten Willen gefreut, jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass sie sich ihre Medaille sportlich holen
will. Alle geben sich die Hand, Sache erledigt. Hut ab und allergrössten Respekt von meiner Seite für alle drei Damen!!!
Vor Allem für Nicol und Steffi, die in dieser heiklen Angelegenheit eine Reife gezeigt haben, die bei 14-jährigen
sicherlich nicht alltäglich ist.
Gesamt gesehen hat Steffi in den letzten drei Wochen durch Trainings und Sondertrainings sehr viel Boden gutgemacht,
wurde durch drei 4. Plätze aber noch nicht dafür belohnt.
Martina Fedl-Belloni (Aktive w):
Das war Martinas Wochenende! Eröffnet hat sie die Wettkämpfe mit Rang 2 über 200m, dann Bronze über 10000m geholt
und dann kam der beschriebene Staatsmeistertitel über 500m. Wer Martinas beschissenen 500er im vorjährigen Kriterium
in Wörgl gesehen hat, wird diesen Zeilen sowieso keinen Glauben schenken. Bemerkenswert ist die Entwicklung auf den
Sprint- und Mittelstrecken.
Conny Recke (Aktive w):
Das war gar nicht Connys Wochenende. Über 10000m von einer übermotivierten Kollegin zu Sturz gebracht, in ihrer
Lieblingsdisziplin 500m nicht im Finale, Druck weg - Luft draussen. Tipp: Vergessen und auf´s nächste Ereignis konzentrieren.
Andreas "....."-Wutte (Aktive m):
Hochklassig und spannend waren sie einmal mehr, die Wettkämpfe der Herren. Andi war immer mit dabei, aber die Chance
auf eine Medaille war trotz seines aktiven Stils irgendwie nicht gegeben. Er klassiert sich konstant zwischen den Rängen
5 und 7 und bleibt erstmals seit 2005 (!) bei Östm ohne Medaille.
Nicol Schaffer (AK30 w):
2 Gold, 1 Silber, 1 Bronze, was will man mehr. Der sicherste Medaillenlieferant des Vereins war vor Allem auf den "Langen"
eine Klasse für sich. Ein Versprechen für die (AIC-)Zukunft.
Markus Hollerer (AK30 m):
Sensationell! Selten, dass Markus seine Konkurrenzen so dominiert hat. Viermal am Start, viermal Gold machen ihn zum
erfolgreichsten Sportler des Vereins 2008.
Bernd Lenz (AK40 m):
Der Bahnspezialist erwischte kein optimales Wochenende. Überraschend kann er auf den kurzen Distanzen nicht in die
Entscheidung eingreifen, zwei 3. Plätze über 10.000m und 15.000m stehen am Ende zu Buche.
Hans-Peter Kraus (AK40 m):
Das war nix. Stundenlang ohne Schatten am Meeting-Point verbringen, insgesamt elfmal im Infield intervenieren oder in´s
Infield zitiert werden und dazwischen Rennen fahren, das geht nicht.
So ich mich nicht verrechnet habe, sind wir mit 7 Gold-, 2 Silber- und 7 Bronzemedaillen nachhause gefahren.
Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann (Vgl 2007: 11/14/10; 2006: 0/8/13).
Verhältnismässig sehr groß war diesmal unsere Fan-Gemeinde:
Die Eltern von Daniela, die Eltern von Daniel, die Eltern von Michelle, die Oma von Daniela und Michelle, das Nebengeräusch
von Martina, das verletzte Nebengeräusch von Nicol, die Chefin von Andi und unsere Ex-Zukunftshoffnung Marjan, das macht
gesamt 11 Personen (hatten wir auch noch nie).
So erfolgreich die letzten Wochen aus Vereinssicht auch waren, so froh bin ich, dass jetzt wieder stressfreiere Events anstehen.
Text: Hans-Peter
Fotos: Conny, Martina, Karin, Andi etc.
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